Anna Halprin: "Alles was im Leben passiert, kann man tanzen"

Tänzerin, Choreografin und Tanzbewegungspsychotherapeutin Anna Garafeyeva - über die legendäre amerikanische Tänzerin Anne Halprin, die durch den Tanz eine schwere Krankheit besiegte.alt

Ihr ganzes Leben lang tanzt, experimentiert sie, kreiert Performances und Performances, die die Öffentlichkeit schockieren und zu Protestaktionen werden. Anna Halprin ist eine der Gründerinnen der amerikanischen Avantgarde im zeitgenössischen Tanz, eine legendäre Tänzerin, eine hervorragende Choreografin, Pädagogin und Innovatorin, die Krebs besiegt hat. Heute ist sie 84 Jahre alt, und sie tanzt, reist und trainiert aus Leidenschaft nach ihrem Sprichwort: "Altern ist Erleuchtung vor Waffe".

Anna war eine der ersten Tänzerinnen, die den Tanz als heilende und verwandelnde Kunst ansah. Im Alter von 51 Jahren erkrankte sie an Krebs. Ihn zu bekämpfen und sich zu erholen, wurde zu einem Wendepunkt in ihrem Leben. Die Nachricht von der Krankheit veränderte ihr Leben dramatisch und inspirierte die Schaffung eines Rituals, das den Heilungsprozess unterstützte. Nachdem sie ihren Krebs auf eine große Leinwand Papier gemalt hatte, sammelte sie Freunde und begann, vor dem Bild stehend, ihren „Krebstanz“ zu tanzen.Es war kein einfacher Anblick - es erinnerte eher an den ektatischen Tanz eines Schamanen. Anna stampfte, hockte, zischte, schrie, heulte und drückte all ihren Schmerz, ihren Zorn und ihre Verzweiflung in einem Tanz aus. "Mein Kampf mit der Krankheit ist für mich zu einem erstaunlichen Geschenk geworden. Vor dem Krebs habe ich getanzt. Danach tanze ich, um zu leben."

Nachdem Anna eine erstaunliche Erfahrung der Genesung überlebt hatte, eröffnete sie 1978 zusammen mit ihrer Tochter Daria Halprin das Tamalpa-Institut in San Francisco. Sie entwickelten eine Schulung zum Lehren des kreativen Prozesses, in der Psychologie, Körpertherapie, Tanz, Zeichnen und Performance kombiniert wurden. Der Zweck des Trainings besteht darin, jedem Teilnehmer zu helfen, seinen eigenen einzigartigen Weg zur Heilung und Lösung persönlicher und sozialer Konflikte zu finden. Anna nannte ihren Ansatz "Leben / Kunstprozess". Es basiert auf der Idee, Leben und Kunst zu verbinden. Ihr Tanz wächst aus dem Leben selbst - Eindrücken, Erlebnissen, Ereignissen, Begegnungen, sozialen und persönlichen Themen - und wird zur Kunst.

Anna hat zwei Töchter, Darya Halprin und Rana Halprin, die beide am Tamalpa Institute unterrichten. Außerdem wurde ihr Ehemann immer von Lawrence Halprin unterstützt. So beschreibt er Annas Tanz: „Ihr Tanz wird immer mehr zu einem Mythos und einem Ritual, das sich auf die Fragen und Themen des Alltags konzentriert: psychologisch oder physisch, sozial oder persönlich.In diesem Sinne bezieht sie sich auf die früheste Bedeutung des Tanzes in der menschlichen Gemeinschaft, freudig und heilend und zugleich tragisch, basierend auf den primitivsten menschlichen Bedürfnissen. Solche Tänze sind universell. "Lawrence inspirierte seine Frau bis zu seinem Tod 2009.

Anna erforscht ständig ihre Beziehung zum Körper und ermutigt andere dazu. "Ich möchte dir helfen, deinen Körper zu verstehen ... Ich sage nicht, dass Tanzen Krebs heilen kann, aber es kann Heilung fördern. Eine Person mit einem starken Willen zum Leben, die an die Kraft des Tanzes glaubt, die beschlossen hat zu leben und nicht angesichts der Krankheit aufzugeben, hat mehr Chancen Krebs zu überwinden, als einen, der den Ratschlägen der Ärzte nur passiv folgt “, sagt Anna Halprin. Sie identifiziert fünf Stufen der Heilung: Problemidentifikation - Konfrontation - Befreiung - Veränderung - Integration. Alles was im Leben passiert, kannst du tanzen.

In den letzten Jahrzehnten führte Anna kollektive Tanzrituale mit dem Namen "Planetary Dance" durch - es besteht aus drei Kreisen, die in verschiedene Richtungen gehen, in denen Sie laufen, gehen oder still stehen können. Dieses jährliche ganztägige Heilungs- und Erneuerungsritual vereint Menschen aller Altersstufen und Fähigkeiten.

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Anna Halprin wurde am 13. Juli 1920 in Wilmette, Illinois, in der Familie von Ida Schiff, der Tochter eines litauischen Einwanderers, und Isador Schumann, geboren in Odessa, geboren. Begann mit 15 Jahren, Tanz zu lernen. In den fünfziger Jahren entwickelte Anna die Richtung „Life / Art Process“ - einen bewegungsorientierten Ansatz in der Kunst, der Tanz und Bewegung, Bildende Kunst, Performance-Techniken und therapeutische Praktiken integriert. Bei Anna wurde 1972 Krebs diagnostiziert. Im Jahr 2000 veröffentlichte sie das Buch „Rückkehr zur Gesundheit mit Tanzbewegung und Imagination“ („Rückkehr zur Gesundheit: Mit Tanz, Bewegung und Bildern“), in dem sie ihre Heilungsgeschichte und die Geschichte anderer Genester erzählte. Das Buch dient als Leitfaden zum Verständnis der emotionalen Prozesse, die die Krankheit auslösen, und bietet klare Handlungsleitlinien.

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